Die Briefe des Tischlers

Die Briefe meines Großvaters aus dem zweiten Weltkrieg, ich habe auch ein paar Briefe von Hildchen an Wally in den Bündeln gefunden, begleiten mich durch meinen erfüllenden und manchmal mühevollen Alltag. Heute war ich im Wacholder Park in Fuhlsbüttel, geflohen wie gestern zum kleinen Altonaer Balkon um dem verregneten, kommerzialisierten

Uhlenfest zu entkommen, die Flucht zum Lieblingsblick auf die Köhlbrandblücke misslang, da auch hier uns irgend eine Event Agentur die übliche Hamburger Tritesse, mit einer Bierbude, einem Pommes Fleisch Haufen auflauerte. Ich wollte mich dem Mißmut schon hingeben, da sah ich eine zu vermietene Bürofläche an der Klopstockstrasse mit Elbblick. Ich imaginierte mein Arbeitszimmer mit Blick auf die Elbschifffahrt, ein Gruppentherapieraum mit Blick auf die Köhlbrandbrücke,

Ich überlegte die Altersvorsorge zu investieren für diesen Blick, 150 Quadratmeter für 3000 Euro warm, etwa. Mit dieser Vorstellung macht sich tiefe Zufriedenheit in mir breit, so lassen wir den Altonaer Balkon dem Bier Grillen und finden über die Brücke den Kleinen. Auf der schönen Holzbank unter der Rotbuche sitzt ein Päckchen, vielleicht ein erstes Tinder Date

Wir haben die Zweisamkeit mutmaßlich gestört, das Mädel guckt uns etwas giftig an. Wir ziehen uns zurück.  Ich habe vor einem Jahr Eingliederungshilfe beantragt. Diese finanzielle Hilfe steht Menschen zu, die durch ihre Körperliche Beeinträchtigung auf Unterstützung angewiesen sind, wenn sie etwa am sozialen Leben teilhaben wollen, oder Erholung in der Natur suchen. In Hamburg entscheidet eine Ärztin beim Gesundheitsamt, ob jemand Anspruch auf diese Leistung hat, “ die wir uns nicht mehr leisten können“, wenn wir unseren Bundeskanzler folgen. In  Hamburg stehen einem schwer beeinträchtigten Menschen, zwei Stunden wöchentlich zu, in denen diese Hilfe bezahlt wird. Zwei Stunden, mit Anfahrt, Fertigmachen, de facto reicht die Zeit für kein Erlebnis außerhalb der eigenen Hässlichkeit. Die einzelnen Bundesländer dürfen über den Fluss dieser Mittel entscheiden, in Hamburg gäbe es 520 Euro monatlich, in NRW wären es knapp 2000 Euro. Ich habe durch meine Berufstätigkeit andere Optionen, setze allerdings auch den größten Teil meines Einkommens für Support ein. Wenn im nächsten Jahr mein Einkommen als Psychotherapeutin durch die Politik um ein Drittel geschrumpft wird, und die Unterstützung aus der Pflegekasse eingestampft, bei der Verhinderungspflege und beim Entlastungsbetrag, wird es eng.

Der Plan ist nicht aufzugeben, sondern durch die Ausweitung der Online Beratung zusätzliches Einkommen zu generieren.

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Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

Besuch gerne meine Homepage: Tiefenpsychologisch fundiert – Psychodynamisch fokussiert – Home

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