Ich fühle mich oft genötigt, wenn ich irgendetwas Online gekauft habe sofort zu einer Bewertung aufgefordert werden.
Ich möchte nicht ständig über meinen Konsum kommentieren, manche Anbieter betteln um positive Noten,
„helfen Sie anderen“. mit einer Bewertung, mein Altruismus ist diesbezüglich schnell erschöpft.
Ich möchte mich manchmal vor mich hin freuen, enttäuscht oder verärgert sein, ohne dem Rest der Welt davon irgendetwas mitzuteilen.
Ein anderes Mal möchte etwas in mir meine Empörung heraus schreien.
Bei Google nur einen Stern zu vergeben fühlt sich mächtig und bedeutend an, der Daumen weist nach unten, welch ein erhabenes Gefühl für einen Klick.
Macht durchströmt mich, das erleben wohl die digitalen Hater, die sich im Schutz der Anonymität zusammen rudeln und miese Stimmung bereiten.
Kürzlich habe ich meine Enttäuschung über ein mieses indisches Essen bei Lieferando in die Welt geschrieben, und das digitale Todesurteil vergeben mit nur einem Stern.
Die Tomaten Soße war sauer, sie stand zu kurz auf dem Herd.
Das Saure der Tomaten aus Dose entweicht wie bei einer guten Bolognese erst nach längerem Kochen.
Dosen Erbsen und Bohnen wurden als frisches Gemüse angeboten, der Paneer kaum vorhanden.
Eine Yvonne oder Gabriele schrieb mich auf meiner Praxis Emailadresse mit dem Löschangebot einer miesen Bewertung an.
Ich hatte gerade einen jovial kritischen Kommentar, vielleicht überheblichen Kommentar zu einem TikTok Videos eines Kollegen geschrieben, und später vorgehabt diesen einem Freund zu zeigen, „schwupp“, weg war der, samt seines blöden Original Spots.
Wenn ich bei WordPress einen Kommentar bekomme, ich giere offen gesagt nach positiver Rückmeldung im Portal, ich darf ich entscheiden, ob der Kommentar frei gegeben und veröffentlicht wird.
Die ganze Online Bewertungswelt gibt vor objektiv Orientierung zu geben, also fast alles gelogen.
Ich habe bislang wenig Kommentare bei WordPress zu meinem Blog direkt erhalten, keine negativen, die würde ich natürlich auch veröffentlichen lassen, vielleicht.
Ich habe gerade 153, 51 Euro nach Zypern an eine XRS Agency Ltd überwiesen, um eine schlechte Google Bewertung von Arno zu löschen, der sich über meine Praxis äußerte, ohne jemals auch nur ein Gespräch mit mir geführt zu haben.

Ich werde versuchen, das als Betriebsausgabe als Betriebsausgabe beim Finanzamt geltend zu machen.
Die schlechte Bewertung war ein halber Roman, er war unendlich enttäuscht.
Er hatte während der Telefonsprechstunde angerufen, wir hatten kurz gesprochen, und einen Termin vereinbart.
An dem Tag musste ich ihm spontan absagen, er war schon an der Tür.
Ich hing über dem Klo.
Eine Bekannte war bei mir, und sagte ihm an der Tür ab.
Für Arno offensichtlich die eine Enttäuschung in seinem Leben, die zuviel war.
Ich rief ihn später am Tag an, um etwas neues zu vereinbaren.
Rr wollte nicht mehr, endlich mal „Nein“ sagen.
Die Entwicklung von der Freude über kurzfristigen Termin zu der Situation vor der Tür abgefertigt zu werden, war zuviel für ihn.
Welche Enttäuschungen dem voraus gegangen waren, konnte ich nicht mehr erfahren, Arno hatte fertig.
Vielleicht litt er an einer „posttraumatische n Verbitterungsstörung“, und mein rebellierender Magen und Darm Trakt war der ultimative Trigger.
Er schilderte seine Geschichte um den erlösenden Ersttermin detailliert und voller Empörung bei Google und verurteilte mich mit einem Stern, das muss ungefähr eine Fünf als Schulnote gewesen sein.
Ich ließ seine Stellungnahme ein Jahr im Netz, versuchte vor drei Monaten bei Google eine Löschung zu erreichen, da passierte nichts.
Sein mieser Kommentar ermunterte Einige sich positiv zu äußern.
Aktuell ereilen mich wöchentlich durchschnittlich zehn Anfragen bezüglich eines Therapie Platzes, oder einer Sprechstunde, ich hatte den negativen Kommentar als Anfrage Abwehr gesehen, um nicht so viele Absagen schreiben zu müssen.
Vor einigen Jahren verärgerte ich einen Privatpatienten am Telefon, der umgehend einen Termin erwartete. Diese enttäuschte Selbstverständlichkeit animierte ihn zu einem Erguss über Professionalität, ohne jemals persönlich mit mir im Kontakt gewesen zu sein.
In beiden Fällen erhoffte ich mir eine abschreckende Wirkung, um nicht mehr so oft nein sagen zu müssen, bei Patienten Anfragen. Häufiger muss ich nur bei Anfragen von Psychologie Studenten für Praktika sagen.
Heute erfüllt mich Arnos erfolgte Löschung mit tiefer Zufriedenheit.
Die miese Google Bewertung ist die Rache der Ohnmächtigen und Ungehört, einmal destruktiv und mächtig sein.
Arno taucht verewigt im Netz aus seiner Unbedeutsamkeit auf, einmal zurückschlagen, einmal anderen schaden.
Ich habe gerne für das Löschen bezahlt, Arno wieder in seine Unbedeutung zurück triumphiert.




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