Ein Mann Anfang achtzig sucht meine Praxis auf, er möchte verstehen, warum sein Vater ihn in den fünziger Jahren so brutal geschlagen hätte.
Er sei ein schmächtiger, zarter Junge gewesen. Den älteren Bruder hätte er auch geschlagen, aber als die vier Jahre Schwester geboren wurde, hätte er aufgehört zu schlagen. Die Fünfziger Jahre seien insgesamt brutal gewesen, die Lehrer hätten mit Rohrstöcken brutal geschlagen.
Der Vater sei in Stalingrad eingekesselt worden, und in Kriegsgefangenschaft geraten, am 23. November 1942 kesselte die sowjetische Armee die Wehrmacht und ihre Verbündeten ein, Hitler ordnete an Stalingrad zu halten, nicht auszubrechen, die Stadt zu halten, das Versprechen Görings die Armee aus der Luft zu versorgen war unrealistisch, bei Temperaturen von -20″bis -30 Grad wurden Nahrung, Medikamente und Heizmaterial knapp, die deutschen Soldaten starben an Hunger, Erschöpfung und Infektionen.

Mein Großvater entging der sowjetischen Gefangenschaft, er hatte einen entzündeten Zahn, und war mit einem Rheuma im Lazarett als seine Einheit nach weiter in die Sowjetunion eindrsng, der Vater meines Patienten geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft, mit den überlebenden Zehntausenden der sechsten Armee, von den Überlebenden der Einkesselung starben Zehntausende, 5000-6000 überlebten und dezimiert durch Hunger und Typhus kehrten Ende der vierziger Jahre 5000 -6000 Soldaten nach Deutschland zurück, brutalisiert durch den Deutschen Angriff und dem Leiden in Gefangenschaft. Mein Patient berichtete, dass ihn der Vater nie lobte, der auf dem Land lebende Patient entzog sich dem Vater, er baute sich heimlich mit Unterstützung eines Fahrradhändlers ein Rad zusammen. Er lagerte es bei dem freundlichen Fahrradmonteur
Er verbarg seinen Stolz vor dem Vater, einmal beobachtete der Vater ihn, er sagte nichts zu dem Fahrrad. Der Vater sprach auch nicht über seine Kriegserlebnisse
Rr schwieg und verbitterte wie viele seiner Generation .
Mein Großvater war schnell aufbrauchen und erregt wenn ihm etwas nicht gefiel.
Er war ein starker Raucher, in der Zigaretten Werbung gab es das HB Männchen,mit gelben Hemd, schnell aufgeregt, cholerisch.
Der Slogan dazu war, wer wird denn in die Luft gehen, beim tiefen inhalieren beruhigte sich das HB-Männchen, für mich bis heute ein Synonym für sinnloses Echauffieren.
Zu mir, seinem ersten Enkelkind war Wally, wie er sich in seinem Feldpost Briefen nannte freundlich, ich erinnere an einen Besuch, bei dem er Grillhähnchen vom Imbiss mitbrachte, das muss etwas besonderes gewesen sein,:zeitgleich hatten meine Mutter und ich den ersten Röhrenfermseher aus dem Erbe meines Urgroßvater.

Mein Großvater honorierte meine guten Noten in der zweiten Klasse der Grundschule; für eine Eins gab es eine Mark, für die Zwei fünfzig Pfennig, die Drei ergab noch einen Groschen, die Fünf für das Schönschreiben wurde von ihm ignoriert, meine Mutter hatte mich deswegen verprügelt, ich gab mir Mühe, weder Mutter noch Grundschullehrerin Ursula Rottler bemühten sich mir das Beizubringen.
Ich wurde 1969 in Hamburg eingeschult. Das erste Jahr in dem Lehrer ihre Schüler nicht mehr in der Schule schlagen durften.
Frau Rottler bedauerte diesen Wandel sicher. Jahre später traf ich Bettina, eine Mitschülern aus der Grundschule, “ Du warst auch nicht ihre Lieblingsschülerin“.
Bei Opa war ich die erste Enkeltochter.
Er starb als ich Vierzehn mit Lungenkrebs an einem Herzinfarkt.
Über seine Feldpost Briefe habe ich mich ihm angenähert, er formuliert und beschreibt schön, im Krieg kaufte er Blumensaat und schickte sie Hilda nach Pönitz.
Im Schrebergarten hing ein Plakat der Blumeninsel Mainau, die ich mit meiner Freundin Gudrun besuchte, am Bodensee fühlte ich mich auch dieses Jahr mit Fabi auf der bayrischen Seite wohl.

Die Rosen die mir die gerade verstorbene Eva für meinen Garten schenkte sind die Brücke zu Wally, dessen Lieblingskind sie war, auf meinem Geburtstag las sie von seiner Freude über ihre Babyfotos an der Front, drei Monate danach starb sie mit fast sechsundachtzig Jahren.

Jeden Morgen sitze im am Fenster mit meinem Kaffee und Franzbrot und schaue in Evas Rosen und tanke auf, fühle mich verbunden.
Mit Wally habe ich noch Klärungsbwdarf welchen Anteil er am Bösen neben der Parteimitgliedschaft und der Beteiligung am Angriffskrieg hatte.
Angesichts des drohenden Durchmarschs der AfD in Sachsen-Anhalt möchte ich wissen, was davon ist in meiner Familien Geschichte, zu dem Thema möchte ich Online Gespräche um die NSDAP Mitgliedsdateien führen wie gehen die Demokraten und die Linke damit um, wie kann mein Wissen um Psychodynamik hilfreich sein in der gesellschaftlichen Positionierung.
Die AfD bespielt die gleichen niederträchtigem Instinkte wie die NSDAP, die Herabsetzung schwächerer, oder Menschen mit einem anderen biographischen Hintergrund, mit dem Ziel sich selbst zu überhöhen, und sich darum besser zu fühlen und Überlegenheit durch die Herabwürdigung anderer zu generieren.
Mein Psychologie Studium habe ich aufgenommen um zu verstehen warum Menschen wie mein Großvater Mitglied in der NSDAP geworden sind, zumal sie eigentlich nicht davon profitieren würden, ausser vielleicht in dem ermächtigten Gefühl, es denn mal richtig zu zeigen.
De aktuelle Neigung es den etablierten Parteien zu zeigen, dass man nicht einverstanden ist, mit dem Zustand und der Entwicklung des Landes, ist nachvollziehbar, aber faschistisch durchdrungene Gernegroße bringen uns nicht voran.


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