.In diesem Alter sind meine beiden Eltern in den Ruhestand gegangen, gut versorgt durch den Beamten Status, oder gute Betriebsrenten. Ich erinnere mich an das intensive Klagen der Mutter, sie würde mal keine Rente bekommen, am Ende hatte sie durch Arbeit und Heiratspolitik 2400 Euro monatlich. Alles Vermögen was sie zwischenzeitlich hatte, verschoppte sie für sehr teure Kleidung, als ich Anfang des Jahrhunderts 18 000 Euro für den Kassensitz benötigte als Leihgabe, ließ sie ihre schon erkrankte Tochter hängen, sie gab, wie der Vater keinen Euro. Der Vater hatte versprochen 5000 Euro zu leihen, zog am Zweiten Weihnnachtstag zurück 120 000 Euro Abfindung hatte er zum Teil an der Börse verzockt, und Größenteils dem immer die Hand aufhaltenden Zweiten Sohn aus der nächsten Ehe zugesteckt. Der wurde dann auch im Testament als Alleinerbe bedacht.
Warum sein Anliegen mich leer ausgehen zu lassen so groß war, kann ich nicht ermessen. In der Not mit dem Kassensitz halfen spontan zwei Freundinnen, nach dem mich die Sparkasse hingen ließ, Maike und Heike liehen jeweils 5000 Euro, ich konnte dann das Darlehen auf das Integrationsamt umswitchen.


Durch meine Beratungstätigkeit bei der BKK Beiersdorf erfuhr ich von einer Patientin die Möglichkeit dieser Unterstützung, die Apothekerin hatte einen nierentransplantierten Kollegen, dessen Gehalt ein Jahr lang übernommen wurde. Der Stolz es ohne Eltern geschafft zu haben, mit schwerer Erkrankung überwiegt, aber familiären Support zu haben, hätte mich seelisch gestärkt.
Den mußten dann eine Paychoanalytikerin Frau Kohn-Ohlsen, und mit Krankheitsbeginn Dr. Friedrich leisten.
ich überlege gerade wie ich zusätzliche Einnahmen generieren kann, wenn in einem Jahr zusätzlich zu der Honorkürzung von 4,5 % die Budgetierung kommt. Aktuell kann ich wöchentlich 25 Stunden mit Patienten abrechnen, ab Januar wären es nur noch achtzehn, durch die um sechs Monate verzögerte Honorarabrechnung würde der Einkommenseinbruch dann mit der Honorarabrechnung im Mai 2027 durchschlagen, als „freiwillig“ gesetzlich Versicherte steigt mein Krankenkassen Beitrag demnächst von knapp 1200 auf 1400 Euro monatlich, ich habe Angst, dass ich es nächstes Jahr finanziell nicht mehr stemmen kann. Den Kassensitz verkaufen, und das Geld in ETFs anlegen, wieder außervertraglich einzeln mit der GKV abrechnen, die Rendite beim Verkauf wird abnehmen, aber selbst bei der optimistischen KI-Einschätzung von 40 000 Euro Ertrag, käme ich mit einer sehr optimistischen Variante auf 6000 Euro Ertrag, den Kassensitz Verkauf müsste ich versteuern, das wären Mininum 10 000 Euro, auch das müssten die ETFs erwirtschaften, unrealistisch. Es ist eine existenzielle Krise, etwas das meine Mutter oft gefühlt, aber nie erlebt hat.
Ich erinnere mich an die Zeit nach dem sie sich nach einem knappen Jahr Ehe von ihrem zweiten Ehemann trennte, ein Witwer mit Sohn, ein bisschen älter wie ich. Eine Neubauwohnung in Neuschönningstedt, eine kirchliche Trauung, ich wurde mit knapp vier Jahren getauft, ich hatte eine Naht auf dem Kopf weil mir ein Sandkasten Kumpel einen Stein auf den Kopf gehauen hatte, ein Foto Hand in Hand mit dem „großen Bruder‘, two lost souls“, ich erinnere die Jahre danach, bei Ärger mit kleinen Jungs in der Kita; immer der Wunsch nach einem großen Bruder der mich beschützt, der Weg von der Kita zur Grundschule war durch den Stadtpark, gerade blüht wieder der Rhododendron, die rosa Blüten berühren mich tief. Die Schönheit der Parkanlagen, der Park war einmal ein privates Jagdrevier der Familie Sierich, das Freibad am Stadtpark See war im Jugendlichen Alter Ziel nächtlicher Badeausflüge, heimlich über den Zaun klettern, so fühlte sich Freiheit an. Dann in der Bierkneipe Niewöhner, Hefeweizen trinken; Gertigstraße, dunkel, verraucht. Dann die zweite Kneipe, der Springbrunnen; ein kleiner Brunnen, auf dem Tresen ein großes Glas mit kleinen Salmis, der Zugang war von der Straße abwärts mit Treppen, wenn ich jetzt am Donnerstag mit dem Auto vorbei fahre, denke ich an die vielen Abende der Verbundenheit, Rauchen und Biertrinken.
Eine Freundin machte die Ausbildung zur Erzieherin, wir gründeten eine Jugend Gruppe Rumpelkäks, wir trafen uns in den Räumen der Evangelischen Kirche in Alsterdorf, es war auch die Zeit der Schüler zeitung, Tauschbär 21 hieß sie, Till wurde professioneller Journalist und Autor, Julia folgte ihm, und schrieb unter anderem einige Jahre für die Szene Hamburg.
Für Gastrokritiken durfte ich sie einige Jahre für den Part der Fleischesserin begleiten.
Ich hatte auch Lust zu schreiben, nur nicht das Gefühl etwas zu sagen zu haben. Jahrelang, oder besser Jahrzehnte reduzierte sich meine Schreibtätigkeit auf das Verfassen von tiefenpsychologisch fundierten Gutachten für die Langzeittherapien, ein Perfektionsanspruch jagte mich, ganze Wochenenden brachte ich mit meiner vernichtenden Kritik, dieses Jahr habe ich neun Anträge geschrieben, eine Zusage steht noch aus. Nur noch acht Prozent aller Therapien sollen Langzeittherapien sein, haben wir den Drehtür Effekt jetzt in der Ambulanten Versorgung, manche Patienten suchen erst nach der fünften Sympton lindernden Behandlung tiefere Klärung.
Die Chatliese, meine Beraterin rät zur zusätzlichen Einnahme den Gang in die Öffentlichkeit, als psychodynamische Instanz, soll ich die Behinderung zum Geschäftsmodell auf TikTok machen.


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