Politisch links

ImPodcast mit Ronzheimer definiert Jacob Augstein politisch links zu sein, auf der Seite der Schwächeren zu stehen, in dieser kurzen Selbstdefinition finde ich mich wieder.

Hier ruht die Königin

Aktuell geht mir eine Ungerechtigkeit nicht aus dem Kopf.

Die Tochter einer Freundin ist von Albinismus betroffen.

Sie ist sechs Jahre und besucht die erste Klasse einer Grundschule.

Ihre Sehfähigkeit liegt bei fünf Prozent, sie benötigt spezielle Brillen, die nicht vollumfänglich von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, die aktuelle Optikerrechnung beträgt 600 Euro.

Die Augen sind extrem lichtempfindlich, deswegen ist immer zusätzlich eine Sonnenbrille erforderlich.

Fridas Mutter hat sie umfangreich gefördert, so das sie sich räumlich gut orientieren kann.

Katharina ist selbstständig, der hohe zeitliche Aufwand für die Begleitung zur Frühförderung  geht von der Arbeitszeit ab, den Beruf der Tischlerin hat sie aufgegeben um freiberuflich ihre Zeit als Energieberaterin besser im Interesse der Tochter einteilen zu können, jetzt arbeitet sie oft am Wochenende, das geht zu Lasten der gemeinsamen Zeit. Katharina hat den unterhaltspflichtigen Vater Sven auf den Mehrbedarf verklagt.

Dreizehn Monate bekam Katharina monatlich eine Extra Überweisung von den ihr geforderten Mehrbedarf von 200 Euro. Dann erhielt Katharina einen Brief von Svens Anwältin, diese zweihundert Euro seien versehentlich von dem Konto seiner Ehefrau an Katharina gegangen, eigentlich seien sie für Svens Schwiegereltern bestimmt gewesen.

Kurz danach geht die Klage ein. Katharina streicht die Pläne für den Sommerurlaub und überweist 2000 Euro.

Im Unterhaltsrecht ist der Mehrbedarf für Behinderungen nicht geregelt, das geht zu Lasten des Eltern Teils, bei dem das Kind überwiegend lebt, diese Situation ist skandalös, und treibt Betroffene in die Abhängigkeit von Sozialkassen.

Jetzt verlangt die Anwältin von Fridas Vater weitere knapp 300 Euro für die Gerichtskosten.

Wäre Sven ein anständiger Mensch hätte er sich zumindest einen Minijob gesucht, um für seine Tochter aufzukommen.

Das tut der Herr nicht, er versteckt sich hinter einer abgeklungen depressiven Episode.

Er geht aktuell keiner Erwerbstätigkeit nach,

durch das Ehegatten Splitting und die Familienversicherung bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist das möglich.

Zu Fridas Geburtstag performte er mit einem kostspieligen Geschenk.

Mein Vater war ein großer Anhänger von Willy Brandt. 1972 gewann der Antifaschist die Bundestagswahl, und ging mit der FDP eine sozialliberale Koalition ein.

Mein Vater war mit neunzehn Jahren fahnenflüchtig von der Nationalen Volksarmee der DDR, und flüchtete mit der S-Bahn nach Westberlin, um von dort nach Hamburg zu fliegen, um sich ein neues Leben aufzubauen.

Der Antifaschist Willy Brandt wurde in Lübeck als Herbert Frahm geboren. Ihm wurde ein Alkohol Problem nachgesagt, die SPD machte 1972 Werbung mit orangen Aufklebern, „Lieber reiner Korn wie Rainer Barzel“, das war der Name des Gegenkandidats der CDU.

Die SPD hat seit damals den Markenkern der sozialen Gerechtigkeit verloren.

Deswegen wenden sich die Menschen ab von ihr.

Ich bin freiwillig gesetzlich versichert als Selbstständige, mein Krankenkassenbeitrag wird nicht von meinem Gewinn, sondern von meinem Umsatz berechnet.

Vom Umsatz gehen die Praxis Kosten, und im meinem Fall die hohen Kosten für Gesundheit, Pflege und Unterstützung ab. Öffentlich verkündet wird, das hohe Einkommen stärker in der gesetzlichen Krankenversicherung belastet werden, und die Einkommensgrenze für die Flucht in die Private Krankenversicherung erhöht wird.

Chronisch Kranken wie mir steht diese Möglichkeit nicht offen.

Im kommenden Jahr darf ich beruflich ein Drittel weniger umsetzen, mein Krankenkassen Beitrag liegt aktuell schon bei 1198 Euro im Monat, der steigt mutmaßlich um bis zu 300 Euro.

Gerechtigkeit gibt es nicht, ohne zusätzliches Einkommen muss ich im kommenden Jahr meine dreißig Jahre angesparte Altersvorsorge verbrauchen, um dann zwei Jahre später beim Sozialamt zu landen.

Durch meine frühe politische Prägung bin ich davor geschützt mich den Rechten Krakehlern der AfD anzuschließen, aber etwas in mir kann es nachvollziehen, dass wenn es keine Partei außer der Linken gibt die den Klassismus, die Fragen sozialer Gerechtigkeit forciert.

Die SPD opfert des Regierens willens die Errungenschaften der Arbeiter Bewegung, den Achtstunden Tag.

Viele Psychotherapeuten posten in den sozialen Medien, das sie sich auf Privat Patienten stürzen wollen, in Deutschland sind nur etwa zehn Prozent der Menschen Privat versichert.

Der Markt der Privat Patienten ist hart umkämpft, die Kassensitze sind begrenzt, und am Bedarf von 1999 orientiert.

Ich bin seit 2002 freiberuflich tätig, qualifiziert, auch durch die Auflagen der KV ständig teuer weiter gebildet, und jetzt von Existenz gefährdenen Einschnitten in meinem Einkommen betroffen.

Eine Freundin in München überlegt einen zweiten halben Kassensitz zu erwerben, um die 36 Stunden abrechnen zu dürfen, die sie zur Finanzierung Ihrer Eigentumswohnung benötigt, die finanziellen Ressourcen habe ich nicht.

Die Gesetze, die Vätern es ermöglicht sich vor Mehrkosten für Behinderungen Ihrer Kinder zu drücken sind unsozial, und drücken Mütter in das soziale Abseits.

Die Ruinierung der Freiberuflichkeit der Psychotherapie, und die Reduzierung der Psychotherapie Plätze kommt nur Investoren zugute, die außerhalb des Systems auf außervertragliche Psychotherapiepraxen gründen, und an der KV vorbei abrechnen,  die Aushöhlen der freiberuflichen Existenzen ist die Folge.

Ich habe vor über zwanzig Jahren in meinen halben Versorgungsauftrag investiert, mit der Idee meinen Lebensunterhalt bis ins Alter abzusichern, über 600 Patienten begleitet, mich kontinuierlich fortgebildet, dafür viel Geld und Freizeit investiert, gerade wieder 1000 Euro für IT Sicherheit ausgegeben, ich erlebe die aktuellen Konzepte der CDU Ministerin im Gesundheitsministerium als extrem ungerecht, dass ich mit der eingedampften Verhinderungspflege nicht mehr frei entscheiden kann, wer mich unterstützt ist eine weitere soziale Härte, wenn ich meine Einkommensituation nicht ab 2027 verbessern kann.

Katharina, als alleinerziehende Mutter, mit einem Kind mit besonderen Unterstützungsbedarf betrifft das auch.

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Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

Besuch gerne meine Homepage: Tiefenpsychologisch fundiert – Psychodynamisch fokussiert – Home

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