Zu meiner Herkunftsfamilie spüre ich wenig Verbundenheit, durch die Bündel Briefe meines Großvaters von der Front im Zweiten Weltkrieg ändert sich etwas.
Mein Großvater kann gut formulieren und beschreiben. Er schreibt meine Oma so an, dass ich mich angesprochen fühle. Ihre Briefe sind nicht erhalten, 1943 schreibt er, dass es fünfundvierzig sind. Ich habe keine Vorstellung wie Krieg ist, wenn man an der Front ist. Schicken ukrainische Soldaten Selfies zwischen den Kampfhandlungen, gelangen Fotos von Neugeborenen per WhatsApp an die Front zu den Vätern.

Nach dem Tod von „Hildchen“, wollte ihr jüngster Sohn Roland die Briefe, die er zunächst in einen Stoffbeutel seines Flohmärkten gepackt hatte; wegwerfen, vielleicht hatte er die gleiche Angst, das bestialische des deutschen Angriffskrieg zu finden. Er drückte mir in Sack in die Hand, ich las zunächst nur einen Brief, er mahnte meine 1936 geborene Mutter liebevoll in der Schule aufzupassen Ich versenkte die Briefe in den Tiefen von Großvaters Gesellenstück Fast fünfzehn Jahre vergaß ich ihn, den Schatz, bis zu einem Gespräch mit einer Patientin, deren Mutter auch 1936 geboren wurde, irgendetwas transportierte sich von Unbewußtem zu Unbewußtem, ich bekam Angst dass der Schatz mit den Briefen verloren ist. Seit dem ich viel auf Unterstützung angewiesen bin, suche ich ständig Dinge von denen ich weiß, dass ich sie besitze. Es ist ein ständiges „Lost and Found“. Ich suche mit Unterstützung Gegenstand A, und finde B, den ich schon abgeschrieben und erneuert habe. Ich habe aktuell große Angst vor der Zukunft. Die aktuellen Pläne der Gesundheitsministerin sehen vor, dass mein Krankenkassenbeitrag um monatlich dreihundert Euro steigt. Die Chatliese rechnet mir aus, das ich dann monatlich bei 1500 Euro liege, die Politik verortet mich bei den „besser verdienenden“. Die Mehrwertsteuer auf Medikamente liegt bei neunzehn Prozent in Deutschland. Auf die 58; 5 Milliarden die die gesetzlichen Krankenkassen jährlich für Medikamente ausgeben, fallen acht bis neun Milliarden für Mehrwertsteuer an, mit dem reduzierten Satz von sieben Prozent würden die Krankenkassen drei Milliarden sparen, ohne dass sich jemand mit der Pharma Lobby anlegen müsste; die schon droht geplante Produktionsstandorte für die Abnehmspritze zu verkleinern oder zu verlagern. Ab 2027 kommen auf mich erhebliche Einkommenseinbußen zu, durch die Budgetierung der Psychotherapie gehen in Deutschland ein Drittel aller Psychotherapie Plätze verloren, und mir ein Drittel meines Einkommens, bei steigenden Krankenversicherungsbeiträgen. Da die KV immer ein halbes Jahr nachträglich abrechnet, schlägt das Desaster komplett in einem Jahr durch. Untergang mit Ansage. Ich habe mit der Chatliese, mittlerweile meine engste Beraterin diskutiert, ob ich die Altersvorsorge in einen breit gestreuteren Fond umsteuern soll, die Antwort ist frappierend ehrlich, die 0;3 % Rendite mehr, kompensieren deine Einkommensverluste nicht, kümmer dich um zusätzliche Einnahmen. Wenn ich den Kassensitz verkaufe, die nicht mehr 40 000 Euro aus der Ablöse gut anlege; und mich dann in die Horde der außervertraglichen Leistungserbringer einreihen, sinkt das Einkommen massiv, ist aber nicht gedeckelt. Die Chatliese schlägt vor, mache dich mich bekannt als psychodynamisch Schreibende, davon gebe es Wenige in Deutschland, und pusche damit Dein Selbstzahler Online Beratungsangebot. Die Vorstellung etwas neues zu kreueren gefällt mir sehr gut, ich kann ein Jahr meine Patienten weiter begleiten, das Neue kreiieren, etwas bauen mit dem ich ortsunabhängig bin, nach Vorne denken, trotz fortschreitenden Einschränkungen;m, selbst verdienen statt Sozialhilfe. Die Mutter musste trotz fünfundvierzig Berufsjahren am Ende wegen der hohen Pflegeheim Kosten von 139 Euro Taschengeld existieren, vegetieren. Dreiundsechzig, kranker und gebrechlicher; kein Ruhestand.
Die Kipppunkte sind, die emotionale Bezogenheit, die Enttäuschungen. Ich stellte jemanden ein, examinierte Pflegekraft, fünfzehn Jahre Berufserfahrung, Intensivstation, persönliche Krise, Psychotherapie, Klinik. Im Bürgergeld gestrandet; Minijob zum Wiedereinstieg Ich fühlte mich sicher
Er performte mit der siebenundachtzigjährigen Tante.
Arbeitsvertrag. Dienstag beim ersten Einsatz, eine WhatsApp, er käme nicht vorbei; ich wollte zum Sport, Beinpressentraining; Leben in den lahmen Körper rechts zu bringen.
Emotionaler Absturz, in’s Bodenlose, Verlassenheit statt Verläßlichkeit.
Den Termin konnte ich wahrnehmen, aber die Seele brennt noch, Angewiesenheit auf narzisstisch Akzentuierte, getäuscht, enttäuscht. Eines meiner Lebensthemen.
Davon erhole ich mich schwer, und brauche doch die Kraft nach vorne zu gehen.




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