Naza

Schanzenkino, die selbe Stadt, ein anderes Leben, ich frage nach PppCorn, für mich gehört das zum Kino Besuch dazu.

Ein müŕrisches Gesicht, „‚wir haben nur das abgepackte“.

In seinem Tonfall, schwingt die erwartete  maulige Entgegnung mit.

Ich spüre die Erwartung, und lasse ihn ins Leere laufen, greife das abgepackte süße Glück, ein kleiner Kino Saal mit roten Samt.

„ich dachte die Nationalsozialisten wären das Böse“.

Jetzt merke, dass ich das Böse bin, sinngemäß spricht ein Israeli, der die KI programmiert, die die Bombardierung im GAZA-Streifen steuern.

Alle Mobiltelefone in GAZA werden von Israel überwacht, bombadiert wird etwa, wenn ein palästinestisches Kind mit dem Mobiltelefon der Mutter mitteilt, dass der Vater nach Hause

nach Hause gekommen ist.

NAZA bedeutet, die durch Bombardierung getöteten Zivilisten, es wurde diskutiert, wieviel NAZA sind für einen getöteten Hamas Kämpfer vertretbar, in der Kriegslogik

In dem Film israelischer Filmemacher, der  durch die britische Zeitung „Guardian“, vertrieben wird, werden Israelische Elite Soldaten interviewt über die Kriegsziele und Praktiken im GAZA Krieg.

Die Interviewten sind durch Verzerrung der Stimmen und Körper anonymisiert.

Ihre Schilderungen gehen unter die Haut, die Bilder dokumentieren die Zerstörungen und den Vernichtungs- und Vertreibungswillen der Israelischen Regierung und Militärführung.

In den Trümmern von GAZA sieht man einen palästinensischen Vater, der die Leichen seines Sohnes und der jüngeren Tochter in den Trümmern findet, weinend spricht er zum Sohn, dass er doch auf die kleine Schwester aufpassen sollte.

Der Film bekam auf den Filmfestspielen in Venedig fünfundzwanzig Minuten

„standing orvations“. Ich bin dankbar, dass es im weit nach rechts orientierten Israel mutige Menschen wie die Filmemacher gibt.

Viele Jahre habe ich mich aufgrund der Deutschen Geschichte mit Kritik und Sanktionsforderungen gegenüber Israel zurück gehalten, ich hatte gedacht, als  Deutsche kann ich bezüglich diesen Unrechts, mit unserer Vergangenheit die Klappe halten, und es anderen unbelasteten Nationen überlassen. Angesichts der deutschen finanziellen Unterstützung der israelischen Kriegsführung habe ich entschieden, mich angesichts der industriellen Menschenvernichtung und des deutschen Angriffskrieg meine Haltung zu allen Menschenrechtsverletzungen konsequent im Sinne der Humanität zu vereinheitlichen, ich sehe mich nicht im Sinne der viel zitieren Staatsräson gehalten bezüglich Israel zu schweigen.

Mein Großvater, der sich als Besatzung in Frankreich fragte, ob sie noch nicht genug angerichtet hätten, der nur durch einen entzündeten Zahn dem Vernichtungsfeldzug nach Stalingrad entkam, der in soviel Briefen schrieb, wie sehr er die Schnauze vom Krieg voll hatte, ist mir Verpflichtung konsequent gegenüber jeder Menschenverachtung und Vernichtung Position zu beziehen.

In meinen letzten Sommerferien in der Schulzeit war ich sechs Wochen in Israel.

Mein erster Freund hatte einen Jüdischen Vater, der den Deutschen Vernichtungswahn irgendwie überlebt hatte, und nach dem Ende des Nationalsozialismus in Deutschland geblieben war.

Wir reisten zu Viert mit Rucksäcken durch das Land, campten in den Golanhöhen, schnorchelten im Roten Meer und streiften durch die von Israel besetzte Sinai Wüste.

Ich war dabei von einer schweren Erkrankung zu genesen, ich litt an einer hämolytischen Anämie, ich bildete Antikörper gegen meine roten Blutkörperchen. Die Therapie bestand aus hohen Dosen Cortison, die mein Bindegewebe zerstörten, und mich manisch, präpsychotisch machten. Ich war nahe am nicht mehr Leben wollen, das aufgequollene Gesicht, dass mich bei zufälligen Spiegelungen,x anstierte war nicht meins.

Ich nahm die Reduzierung der Tabletten in die eigene Hand, vor wenigen Jahren habe ich die vier verschiedenen Buchführungen über die Cortison Dosis in die Mülltonne geworfen,

ich war komplett alleine damit, meine Mutter arbeitete an der Zerstörung ihrer dritten Ehe, und war eifersüchtig auf den einmaligen Besuch einer Gruppe von Mitschülern während meines monatelangen Krankenhausaufenthalt.

Tränen erstickt warf sie mir mein Interesse für Schulfreunde noch zwanzig Jahre später vor.

Meine Reise nach Israel, und meine erste große Erfahrung mit dem unterwegs sein, und mich unterwegs in Jerusalem und Robert zu verlieben, war der Beginn des Erwachsenen Lebens, und der Ablösung von  der klammernden vereinbahmenden Mutter.

Mit dieser Gesundung, die letzte Cortison Tablette vergrub ich in der Wüste Sinai bei Vollmond war Israel immer verbunden.

Die Gründung eines Jüdischen Staates, als Konsequenz aus der industriellen Menschen Vernichtung des Deutschen Reiches,  war für mich immer nachvollziehbar, nur dass in der Folge großes Unrecht der ansässigen Bevölkerung geschah, eine mit  der deutschen Geschichte verbundene fortgesetzte Quelle großer Ungerechtigkeit und Verzweiflung.

Während ich noch erschüttert bin von NAZA, läuft vom Psychotherapeuten Verband eine Einordnung der in knapp zwei Monaten anstehenden Verschlechterungen meiner finanziellen Situation und der Psychotherapeutischen Versorgung. Gesetzlich Versicherten Privatleistungen anzubieten ist als niedergelassene Psychotherapeutin nicht statthaft.

Meine Abstellkammer war eine Kammer des Schreckens, wie bei Harry Potter, alle haben nur hinein gestopft, Said hat die Sache heute in die Hand genommen, es kamen achtzehn Liter Olivenöl zum Vorschein, von meinen Dreiliter Kaninister, mehrere Kilo Kaffee.

Niemand von meinen Mitarbeitern hatte die Eigeninitiative es anzupacken,

Said hat es heute in Angriff genommen, ich bin froh wieder Zugriff auf meine Besitztümer zu haben.

Wenn ich einen Oberbegriff für meine Kindheit wählen würde, wäre es „Halbfettmargarine“.

Meine Mutter servierte mir und ihrem dritten Ehemann Halbfettmargarine, eine wässrige Konsistenz, weder zum Kochen noch zum Backen geeignet.

Vor ein paar Tagen plobte der Begriff wieder auf, warum ist mir nicht zugänglich.

Meine Mutter hatte in ihrer Jugend eine sehr fette Phase, ich erinnere mich bei ihr an Freßattacken, bis zur Übelkeit, und versagende Phasen, in denen sie sich nur von hart gekochten Eiern ernährte.

Halbfettmargarine ist für mich der Inbegriff der Ahedonie, der mangelnden Genussfreude und Fähigkeiten.

Der Ausflug in die Schanze hat ein Gefühl hinterlassen, kurz in ein vergangenes Leben eingetaucht zu sein.

Auf dem Weg nach Hause, kurz bevor wir das Taxi riefen, suchte ich in der Schanzenstraße am Bahnhof einen Imbiss in dem es in den Neunzigern gute Falafeln gab, es gab ihn nicht mehr, dafür diverse Dönerläden. Ein Haus in der Schanzenstraße erinnerte mich an eine unglückliche Liebschaft, ein anderes an Thomas und Bernd aus Husum mit denen Britta und ich die Nächte mit Alkohol und Doppelkopf durchzockten, Britta starb früh an Brustkrebs, mit ihr ließ ich mich von behelmter Polizei auf einer Demonstration gegen den schnellen Brüter an ihrem Geburtstag Anfang Oktober über die Felder prügeln.

Die jungen Menschen die Dienstag spät durch die Schanze zogen, suchten vielleicht das Gleiche wie wir damals, unruhig und ungehalten, GenZregelt, die Demonstration der Unzufriedenheit, die noch nicht kanalisiert ist.

Die Nacht lockt, „because the night“, von Patti Smith, da ist diese Sehnsucht nach etwas, das nicht beschreibbar und greifbar ist.

Ich bin noch immer unzugehörig, und unangekommen, auch wenn ich jetzt östlich der Alster außen vor bin, beobachtend unzugehörig.

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Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

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