Alligatoren in den Sümpfen

Ich habe vor über fünfzehn Jahren Geld in einen halben Versorgungsauftrag Psychotherapie investiert, um mir auch als chronisch Erkrankte langfristig meinen Lebensunterhalt selbst erarbeiten zu können.

Achtzehn Tausend Euro gab ich einem Kollegen in Volksdorf dafür als Ablöse für den halben Versorgungsauftrag

Viele Psychotherapeuten hatten die Kapazität für sechsunddreißig Patienten, versorgten wegen anderer Verpflichtungen deutlich weniger.

Um die Situation der gesetzlich Versicherten zu verbessern, wurde die Halbierung der Versorgungsaufträge von der Politik etabliert.

Für das Geld erhielt ich nichts, letztlich die Genehmigung des Zulassungsausschuß.

Ein Gremium das paritätisch aus Vertretern der gesetzlichen Krankenversicherungen und der Kassenärztlichen Vereinigung, ein Organ der Selbstverwaltung.

Überprüft wurde die fachliche Qualifikation und meine Position auf der Warteliste um den Versorgungsauftrag zu übernehmen.

In der Psychotherapie verkauften viele Kollegen halbe Kassensitze die sie in der Phase der Etablierung der Psychotherapie als Regelleistung für lau erhalten hatten.

Einen solchen erwarb ich, mit der Perspektive diese Ausgabe beim Übergang in den Ruhestand mindestens zu verdoppeln.

Jetzt bemühen sich viele Kollegen wieder auf einen vollen Versorgungsauftrag aufzustocken, der Nachwuchs, der sich schon für das Studium hoch verschuldet, monatlich beispielsweise an der MSH in Hamburg 850 Euro, wenn der Schnitt der Abiturnoten schlechter wie 1,0 ist.

Das wird an den staatlichen Hochschulen verlangt.

Psychotherapeuten werden als nur Menschen mit schulischen Bestnoten, oder Eltern die solch ein Studium finanzieren können und wollen, und ein kleiner Anteil Studierender, die es sich durch Arbeit neben dem Studium selbst finanzieren können.

Sie bekommen noch weniger Chancen die Laufbahn als selbstständige Psychotherapeutin einzuschlagen.

Damit forcierte die Politik die Halbierung der Versorgungsaufträge, jetzt wird mir und anderen die sich darauf verlassen haben, die Existenzgrundlage entzogen.

Ich weiß nicht ob der Kollege, dessen Versorgungsauftrag ich übernommen noch arbeitet, aber er reduzierte seinen Versorgungsauftrag um die Hälfte, das wurde damals zur Verbesserung der Versorgung von der Politik gefördert, man wollte diejenigen die einen vollen Versorgungsauftrag hatten nicht zwingen mehr zu arbeiten.

Ein Bekannter, dessen Job wegrationalisiert wurde, meinte dazu dass die Psychotherapeuten jetzt die Nöte ihrer Patienten besser verstehen könnten, vielleicht hat er in seiner Krise wenig Empathie der Behandler empfunden, aber durch die wirtschaftliche Verunsicherung der Mittelschichten wird die Parlamentarische Demokratie weiter  an Zustimmung verlieren.

Es war viel Geld für einen hölzernen Kassenstempel, lange wollte ich keinen Kassensitz, alle  Kollegen mit Versorgungsauftrag die ich kannte fühlten sich im Vergleich mit dem Chefarzt einer Klinik unterfinanziert.

Ich mochte das Gejammer nicht,

es erinnerte an meine Mutter, die mich von Kindheit an mit ihren Klagen bedachte.

Ich arbeite fast zehn Jahre freiberuflich ohne Netz, ging nach der Krankheitsdiagnose aus der sicheren Festanstellung in der Drogenhilfe, nicht kündbar als Betriebsrätin, in die Unabhängigkeit, die Absicherung durch das Krankengeld blieben achtundsiebzig Wochen, durch eine Zusatzversicherung nach drei Wochen, im Krankenhaus sofort.

Zu dem strotzte mein Selbstwertgefühl nicht, erst als Dr. Friedrich mich ermutigte kam der Gedanke, wenn der mich auffordert kann ich so schlecht nicht sein.

Ich hatte die 18 000 nicht,:ich hätte eine private  Rentenzusatzversicherung kündigen müssen, sie wird mir zusätzlich 440 Euro monatlich im Alter bringen.

Beim ersten Versuch einen Kassensitz zu erhalten, war ich auf Platz zwei, ich wütete für nichts zu zahlen, mutmaßlich sinkt mein Ertrag für den Fall der Veräußerung durch die begrenzten zukünftigen Umsatzperspektiven, damals war es ein Quartalsumsatz.

Meine Mutter hätte die Fünftausend auch gehabt, der Horst den sie damals täglich bekochte, hätte auch helfen können.

Eine Beratungsklientin der BKK Beiersdorf, eine angestellte Apothekerin berichtete von einem Kollegen mit einer transplantierten  Niere, für den das Integrationsamt damals ein Jahr das Gehalt übernahm.

Ich ersuchte das Amt um ein Darlehen, das ich nach der Absage der HASPA, die ich vorweisen musste erhielt.

Ich bekam das Darlehen zu guten Rückzahlungsbedingungen, und konnte den Mädels schnell ihr Geld zurückgeben.

Ich habe es allein geschafft, eine unterstützende Familie hatte ich leider nie, außer meiner Oma.

Mein Vater enttäuschte mich bitterlich, die 5000 Euro die er mir zu leihen versprach, zog er kurzfristig zurück, am zweiten Weihnachtstag, die traditionelle Verabredung dann auch.

Die 120 000 Euro Abfindung die er erhielt gingen auch an mir vorbei, materiellcvererbt hat er mir auch nichts, außer einigen Büchern.

Als Scheidungskind war ich immer am Zweiten Weihnachtstag bei meinem Vater.

Ein halbes Jahr hatten wir keinen Kontakt, nachdem er mich hängen ließ, ich erinnere, dass er mich einmal fragte, was passieren würde, wenn ich nicht bezahle, der nächste auf der Liste hätte eine Praxis eröffnen können.

Zwei Freundinnen liehen mir Geld, ich mußte das Geld innerhalb von zehn Tagen aufbringen. Meine Hausbank Haspa weigerte sich mir nur 10 000 Euro für einen Kassensitz zu leihen

Spätsommer

Die zehn Jahre vorher, war ich freiberuflich beratend für gesetzliche Krankenkassen tätig, die durch die Privatisierungen, bei ehemaligen Staatsunternehmen, mit vermehrten Arbeitsunfähigkeiten mit Psychischen Diagnosen konfrontiert wurden, den Menschen wurde vermehrt ihre soziale Sicherheit entziehen, verschärft wurde die Notlage durch die Einstellung der Arbeitslosenhilfe, so dass jemand der Jahrzehnte werktätig war, nach dem Ablauf des Arbeitslosengeldes sozial, und in der Identität, und dem gesellschaftlichen Narrativ gleich mit denen gesetzt wurde, denen es nie gelang mit einer beruflichen Ausbildung unabhängig von staatlichen Transferleistungen zu werden.

Viele kränkte der Absturz im freien Fall durch das soziale Netz so stark, dass sie ernsthaft an Depressionen und Ängsten litten, andere versuchten mit Substanzen den Schmerz zu betäuben.

Sozialpläne wurden ausgehandelt die den Absturz verlangsamen, wenigen gelang eine qualifizierte Existenzsichernde Neuorientierung. Die Menschen im Osten Deutschlands wurden durch die Treuhand abgewickelt, ähnliches, in abgeschwächter Dynamik erlitten viele Werktätige im Westen.

Leider konnten die Gewerkschaften kein Klassenkämpfer Potential entwickeln, das Leiden individualisierte sich medizinisch und psychologisch, die Psychotherapie wurde in die Regelleistungen der Kassenärztlichen Versorgung integriert, und im Rehabilitation Sektor ausgebaut, zu Zehntausenden psychosomatischen Rehabilitation Plätzen.

Evas Beerdigung/ Ende der Psychotherapie

Im Land der Täter des Angriffskrieg und des Holocaust gab es psychodynamisch und verhaltensmedizinisch nach Jahren des wirtschaftlichen Aufschwung genug seelischen Leids zu bearbeiten, im Internationalen Vergleich entstand ein differenziertes Netz, Lebensqualität wurde nicht mehr nur als materiell definiert, sondern auch das seelisches Wohlbefinden, das zwischenmenschliche Miteinander zwischen den Generationen geriet in den Fokus.

Die kassenfinanzierten Psychotherapiesitze waren in vielen Regionen noch zu rar, aber über den Umweg der außervertraglichen Versorgung konnte, mit größeren individuellen Aufwand Hilfe mobilisiert werden.

In den Großstädten entstanden Parallelstrukturen zur Kassenärztlichen und Psychotherapeutischen Versorgung, teilweise von cleveren Einzelunternehmen, die jungen Kollegen Arbeit geben, letztlich ein Ergebnis von Unterversorgung in der kassenfinanzierten Paychotherapie sind.

Sozialrechtlich steht jedem gesetzlich Versicherten eine Psychotherapie in einer Privatpraxis, mit gleicher Fachkunde zu, dieses Geschäft wird weiter boomen, wenn die zugelassenen Behandler die bezahlten Therapie Plätze abbauen müssen.

Der direkte Zugang zur Psychotherapie wird gesetzlich Versicherten zukünftig nicht garantiert, sie werden wohl zukünftig die durch die Krankschreibung am ersten Tag schon überlasteten Hausärzte jedes Quartal erneut belagern, und keine Psychotherapeutische Beratung ohne Hausarzt Termin in Anspruch nehmen können, kurzfristige Krisentermine werden verunmöglicht, wenn der Überweisungsschein fehlt.

Ich werde im kommenden Jahr meinen Assistenz und Pflegebedarf nicht mehr wie bisher mit meinem halben Kassensitz, Arbeitsassistenz und den Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse abdecken können.

Die Verhinderungspflege die mir monatlich knapp dreihundert Euro Budget zusätzlich bot; zur Abdeckung von Unterstützung wird nicht mehr über Privatpersonen abzudecken sein, nur noch über gewerbliche Anbieter.

Das verteuert die Angelegenheit zusätzlich, die Flexibilität leidet.

Eine Bekannte, die bei einem Pflegedienst tätig ist, wittert zusätzliche Geschäfte, sie prognostiziert mir eine rapide Verschlechterung meiner Gesundheit, und drängt mich zur Vierundzwanzig Stunden Pflege über die Sozialhilfe, gönnerisch meint sie.

Ich könne ein bisschen weiter arbeiten, und das Geld für die Pflege nachts teilen mit ihr, da ich diese nicht wollte.

Ich bin schockiert, Menschen die schlechte Prognosen geben, sollte ich grundsätzlich meiden.

Ich nehme es nicht mehr persönlich.

Der gesamte Pflegesektor erinnert mich an eine Floßfahrt durch die Sümpfe bei New Orleans.

In der Vergangenheit hatte eine Gesellschaftlerin, eine Pflegekraft die in einer GBR organisiert ist, und achtzig Prozent des Umsatzes von Krankenversicherung, bei mir für die Hilfsmittel, bei anderen für Infusionen und Medikamentengaben erhalten 1000 Euro Vermittlungsprovision gezahlt.

Ich mochte die Dame nicht, so kam das Geschäft nicht zustande.

Im Wasser lauerten die Alligatoren, mit ihrem glibschigen Blick, die Mäuler weit aufgeklappt, ob jemand in das modrige Gewässer fällt.

Ich habe eine Mail von einem Betriebsaquisiteur des Jobcenter bekommen, er bietet Arbeitskräfte bis zu 100 Prozent Sozialversicherungspflichtig an, da ich schon geförderte Mitarbeiter finanziere.

Ich suche mir jemanden der meine Online Beratung voran treibt, das Eindampfen der Psychotherapie Behandlungsplätze, die Veränderungen in der Pflege führen bei mir zu Einnahme Reduktionen, der Bevölkerung zum Bedarf an kostengünstiger selbstfinanzierter Hilfe.

Online Kurzzeitbehandlung, psychodynamisch fokusiert, Wartelisten unabhängig.

Das muss Online beworben und gebucht werden.

Ich habe bis Mitte nächstes Jahr Zeit, dann kommt der Ertrag aus dem vierten Quartal 2026.

Go for it !!

„Immer wieder geht die Sonne auf“, sang Udo Jürgens in meiner Kindheit,
“ und Dunkelheit für immer gibt es nicht“.

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Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

Besuch gerne meine Homepage: Tiefenpsychologisch fundiert – Psychodynamisch fokussiert – Home

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