Strandbar

Eine kleine Bucht umgeben von Steilküste, nach einem dieser Regen die gefühlt nie aufhören, sind wir nach einer steilen kurvenreochen Fahrt an der ultimativen Strandbar gelandet. Fischgerichte auf der Speicherkarte sind über dreißig Euro, panierte Tintenfische noch unter zwsnzig.

Mit der Rechnung werden Riesenweintrauben und eine 0,2 Liter Ouzo zum Selbstbedienen serviert.

Die Strandliegen werden wie an anderen Stränden bei Konsum kostenlos überlassen.

Am Strand wird ausnahmslos Deutsch gesprochen. Zur linknzigernen Hand ist eine etwa zehn Meter hohe Klippe. Ein Zehnjähriger erkundigt sich bei einer Gruppe in den Zwanzigern über den Sprung von den Klippen in etwa zehn Meter Höhe.

Die Zeit am Strand in der kleinen Bucht auf dem Liegestuhl war wieder so ein Urlaubsmoment.

Blick von der Bar

Am Strand auf der Liege fahre ich ein bisschen herunter, eine Grundanspannung bleibt bestehen. Die Brandung hat einen beruhigenden Rhythmus, ich schlafe kurzzeitig ein. Ich überlege nach dem Aufwachen, wie die Gruppe von vier jungen Männern und vier Frauen, alle hübsch mit langen Haaren wohl zusammen hängen. Für Abiturienten sind sie etwas zu alt. Auffällig ist, dass keiner der jungen Männer tätowiert ist, von den Frauen nur Eine.

Zu Beginn ballert laute Techno Musik, die schießt immer quer zu meinem Herzrythmus. Dann Pop und Rock der letzten drei Jahrzehnte.

Ich mag die kleine Bucht mit dem Extra Parkplatz, rechts und links der Bucht laden steile Wege die Klippen hinauf zum spazieren und einem Bick über das Meer eins. Wir sind seit einer Woche hier, und noch nicht angekommen, im Griechenland Urlaubsgefühl. Ein Smartphone mit Emails aus dem Alltag trägt nicht immer zur Erholung bei. Es kommt eine Nachricht vom Integrationsamt. Ich hatte unter Androhung von Rechtsmitteln verlangt mir die nächste Rate meiner Mittel für die Arbeitsassistenz bis Ende Oktober abzuweisen, und eine Kostenübernahme bei meiner Rechtsschutz Versicherung beantragt. Angefragt hatte ich auch bei einem Mitschüler aus der Schule der Anwalt für Sozialrecht ist. Ich telefonierte kurz mit ihm. Er bat mich, die Unterlagen nicht per Email zu schicken, da sein Postfach überlaufen würde, und keine Email mehr angenommen würde.

Wir hatten den ganzen Schriftverkehr mit dem Amt kopiert, und einen DinA4 Umschlag frankiert.  Als die Studentin mit der frisierten Praktikumsbescheinigung bei mir als Arbeitsassistenz begann, wusste sie nicht wo die Briefmarke hingeklebt wird, und wo Absender und Adresse auf dem Umschlag notiert wird. Diverse Briefe kamen in meine Post, anstatt an ihr Ziel.

Diese ohnmächtige Wut aufgrund meiner Angewiesenheit fiel mir schwer „wegzuatmen“. Das mir durch die Behinderung eine Arbeitsassistenz zusteht, habe ich zufällig beim Googln herausgefunden. Heute finde ich am Strand eine Mail von einem mir unbekannten Abteilungsleiter des Integrationsamtes. Er bedankt sich für meine Mail mit den angedrohten Rechtsmitteln, und meiner Beschreibung der Entwicklung des Integrationsamtes von freundlich unterstützend bis indelikat.

Dieses Wort wählte die KI, als Medi und ich die letzte Mail vor Rechtsanwalt an Frau B. schrieben. Indelikat, wir hatten mal wieder ein paar Paragraphen aus dem Sozialgesetzbuch bezüglich der Arbeitsassistenz ausgesucht und eine Frist gesetzt. Ich wies nochmal daraufhin, dass mein Anspruch Arbeitsassistenz unabhängig von einem Antrag auf Eingliederungshilfe sei. Herr G. entschuldigte sich fast für den Brief von Frau B. im September. Er gab an, dass eine Anweisung bei der Buchhaltung sei.

Mit diesem Geld kann ich trotz zusätzlicher Übernachtungskosten auf Kreta, mit der Vorauszahlung der Kassenärztlichen Vereinigung, bis zum November, wenn die Nachzahlung der KV aus dem zweiten Quartal meine Kosten und die Gehälter bezahlen. Ich freue mich, dass das Integrationsamt offensichtlich akzeptiert hat, dass ich Mitarbeiter teilweise für die Praxis einsetze, und zusätzlich privat.

Ich hatte eine kurze Zeit finanzieller  Entspannung, nach Übernahme des hälftigen Versorgungsauftrages, bevor ich zunehmend personelle Unterstützung benötigte. Jetzt ist die Angst wieder da, finanziell zu kollabiert.

Es gibt ein zartes Stimmchen, das sagt, es hat in vierundzwanzig Jahren Freiberuflichkeit immer funktioniert.

Jetzt kommen die Einschnitte bei der Verhinderungspflege, 3500 Euro minus, 1500 Euro beim Entlastungsbeitrag.

Ab Mitte nächsten Jahres fehlt dann ein Drittel des Praxes Ertrags. Ich habe noch keine Antwort auf meinen Antrag beim Zulassungsausschuß bezüglich eines zusätzlichen halben Versorgungsauftrag ab dem kommenden Jahr.

Beim Erwerb meines hälftigen  Versorgung sauftrag, wäre ich bei gleicher Eignung aufgrund der Behinderung bevorzugt worden, vor unserer Abreise fand ich noch keine Absage. Ich habe mit der zukünftigen Unterversorgung argumentiert.

Vielleicht stelle ich dann jemanden ein, und suche mir eine günstige ebenerdige Wohnung.

Ich bin zwischen Aufbruch und Resignation.

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Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

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