Das Böse im Star Wars Universum

Es gibt das Böse im Lego Format, in menschlicher Lebensgröße, einige Anbieter haben mehrere davon im Angebot, warum hat jemand acht Dark Vader in seiner Garage stehen, in unterschiedlichen  Ausführungen.

Ein Foto lässt in die Ecke einer Garage blicken, sechs Darth Vader zwischen Gerümpel, woher kam diese Faszination, und warum endete sie, und nun stehen drei zum Verkauf.

Der Lieblingsdichter meines Vaters, Berthold Brecht, schrieb 1942,

Die Maske des Bösen

An meiner Wand hängt ein japanisches Holzwerk

Maske eines bösen Dämon, bemalt mit Goldlalack.

Mitfühlend sehe ich

Die geschwollenen Stirnadern, andeutend

Wie anstrengend es ist böse zu sein.

Über die Anstrengung böse  zu sein, schrieb der Dichter 1942, im dritten Jahr des Zweiten Weltkrieg, als Deutschland die Welt in einen zerstörerischen Krieg gezwungen hatte.

1942 begannen die ersten größeren britischen Luftangriffe auf Berlin.

An die Situation im Luftschutzkeller, mein Vater war zwei Jahre alt, erinnerte er sich sein ganzes Leben, berichtete er mir mit über achtzig Jahren.

Es muss viel Angst spürbar  zwischen Mutter und Großmutter für den Kleinen Jochen gewesen sein.

Was bekommt ein Zweijähriger mit von der Bedrohtheit, von Krach und Bombenhagel.

Der Großvater Franz Köpp war 1917 aus Polen nach Deutschland migriert, im ersten Weltkrieg für das neue Vaterland, so verwundet, das er in den Zwanzigern an den Kriegsfolgen starb.

Das verschaffte ihm ein Grab auf einem Soldaten Friedhof in Berlin, den mein Vater mir in den Achtzigern zeigte.

West Berlin, eine von Mauern, Stacheldraht und Todesstreifen genannte Brache umgebene Insel im tristen Grau des auf deutschen Boden gescheiterten Sozialismus, übte auf die westdeutsche linke Jugend eine starke Anziehungskraft aus.

Der Viermächte Status schütze die männliche  Jugend vor Wehr- oder Ersatzdienst.

Sie zog aus der gesamten BRD in die Mauerenklave, besetzte leerstehende Häuser oder erfreute sich an den staatlichen Lohnzuschüssen, der Berlin Zusage.

1942 berichtet mir die Chatliesse, war die Wende im Expansionsfeldzug, die Wehrmacht eroberte zunächst Stalingrad, eine wichtige Industrie Stadt für den Nachschschub der sowjetischen Armee.

Zunächst starben zehntausende Zivilisten durch deutsche Luftangriffe, die Wehrmacht drang in die Ruinen ein, im Häuserkampf, ein erbittertes Schlachten.

Letztlich kesselte die sowjetische Armee eine Viertel Million deutsche Soldaten ein, von denen viele erst Jahre nach Kriegsende zurück kehrten.

Die Sowjetunion hatte 16 Millionen zivile Opfer im deutschen Angriffskrieg, dazu kamen elf Millionen Soldaten die ihr  Leben ließen, um den deutschen Faschismus zu besiegen, kein Volk hatte mehr Opfer.

1943 gab die Wehrmacht letztlich auf, der Anfang vom Ende des dritten Reichs, eine Kriegshölle im Kampf.

Stalingrad, ein sowjetischen Nationalheiligtum, ist bis heute für die Russen, das Symbol für den Sieg über den Faschismus.

Berthold Brecht lebte ab 1941 mit seiner Frau Helene Weigel im kalifornischen Exil,

Was konnte er in seiner Betrachtung des japanischen Dämons, über das Böse an der Front wissen.

Brecht wusste über Exilkontakte von Erschließungen und Massendeportationen, und erkannte früh die militärische und moralische Krise des NS-Regime.

Im kalifornischen Exil im Kontakt mit dem Linksintellektuellen Hollywood, wie konnte er im Wissen des Wütens in Europa,  von

“ der Anstrengung böse zu sein“ schreiben.

Er vertrat ein marxistisches Menschenbild, dass der Mensch durch seine Bedingungen bestimmt ist, zum Guten wie zum Bösen befähigt ist.

Die mutmassliche Brechtsche dialektische Deutung der Hinwendung von Anakin Skywalker zum Bösen, ist kein plötzlicher Dämonenakt, sondern die Hinwendung eines verletzten Sklavenkinds durch die Traumatisierung durch denfrühen Verlust der Mutter, zur Identifikation mit Macht und Kontrolle.

Palpantine erkennt seine Verletzbarkeit und seine Sehnsucht nach Kontrolle und manipuliert ihn.

Wenn das  Böse aus Verletzbarkeit und Traumatisierung entsteht, der Mensch im Bretschen Sinn Opfer der äußeren Verhältnisse ist, was bleibt übrig von der Möglichkeit zwischen gut und böse zu entscheiden.

Wenn die Handlungen der Israelischen Armee in Gaza, sls Reaktion auf das Trauma vom 7.10.2023, der Angriffe der Hamas auf Israelische Zivilisten, die das kollektive Trauma des Holocaust reaktiviert hat, und jetzt die Traumstisierungen der Palästinenser die alten Wunden der Vertreibungen von 1948, zur Gründung Israels wieder aufreißen, muss irgendwer aufhören, mit dem alttestamentarischen Rachescharmützel, Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Verzeihen tut Not, und eine juristische Aufarbeitung individueller  Taten.

Ich habe aktuell erfahren, das ich  durch schwere Kränkungen, in der Situation von subjektiver Ohnmacht, zu viel Zerstörung und Vernichtung  befähigt bin, zumindest in der Vorstellung.

Welche bösartige  Freude mich in der Vorstellung der Zerstörung durchfuhr, kein Opfer mehr sein, mich übernahm die Rache, situativ ein Hochgefühl.

Wird der Triumph in der Handlung größer, oder setzt Scham und Schuldgefühl ein, wo bleibt der moralische Kompass in einer Hierarchie, oder setzt der erst nach der eigentlichen Tat ein.

Wie wirken Religionen und Ideologien, bei der Überwachung ,

Der Triumph kickt die Hormone, in der konkreten Situation, ein Rausch.

Es  folgt die Rechtfertigung, die vermeintliche Auserwähltheit,sie immunsiert gegen Schuldgefühle.

Ich erinnere eine Situation aus meiner Jungerwachsenen Zeit im Schanzenviertel.

Die Flora, ein Tanzpalast aus den Zwanziger Jahren, der als Kramladen und Baumarkt unter dem Namen 1000 Töpfe viele Produkte des alltäglichen Bedarfs vorhielt, sollte für ein Musikaltheater der industriellen Unterhaltungskultur abgerissen werden, die Anwohner mobilisierten vielfältigen Widerstand, jeden Abend trafenLlederjackige im Staatsdienst auf selbstermäcgtigte Zugezogene, die „unser Viertel“ verteidigten.

In so einem Pulk war ich eines Abends unterwegs, das spätere Ziel war das „Olympische Feuer“, abgekürzt OFeuer, zum Zatziki und Ouzo.

Wir fühlten uns mächtig, lebendig und bedeutend im Widerstand gegen imperialistische Touristenhorden und Kommerzkultur.

Vor uns ging ein Einzelner, der gefühlt zur anderen Seite gehörte, ich sah ihn hinter dem Bauzaun.

Sein Schritt wurde unsicher, seine Haltung drückte Angst aus.

Ich fühlte eine körperliche Macht in allen Poren.

Der Mann bog ab, wir zogen als Horde ins OFeuer, erlebten den taktischen Rückzug der Polizei an dem Abend als Triumph, und begossen später den Rückzug der Musikal Gesellschaft mit viel Ouz.

Heute ist der Flora Bau nach einem Teilabriß autonomes Zentrum, mit vielfältigen Kultur und Politik Programm,auf dem abgerissenem hinteren Teil befindet sich ein Spielplat.

Das Phantom der Oper befindet sich eine S-Bahn Station weiter .

Auch im Phantom der Oper spielt eine Maske eine tragische Rolle,in den Katakomben der Pariser Oper lebt ein entstellter Mensch, Erik, der sich hinter einer Maske verbirgt, und sich in die schöne Christine verliebt.

Er steht für die Schattenseite der menschlichen Seele, Dunkelheit, Schmerz und Schatten.

De Hässlichkeit des Leidens wird durch den mitfühlenden Kussüberwunden.

Christine integriert Angst und Verzweiflung, das was Menschen nicht sehen wollen, Einsamkeit und  Verzweiflung.

Die Oper als Ort der Integration von Licht und Schatten.

I opted for an 80 centimetre Darth Vader on classified ads.

Für siebenundreißig Euro inklusive Versand kommt das personifizierte Böse aus Ohnmacht und Verletzung zu mir. Zusammen mit Meister Yoda wird er helfen die Psychodynamik anhand des Starwars Universum zu erklären, und Kunden für meine Online Beratung zu gewinnen.

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Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

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