Krankengeld

Ich bekomme per App einen Brief der Techniker Krankenkasse. Mein Anspruch auf Krankengeld hat sich von 130 Euro täglich auf 125 € gesenkt.

Das wären im Krankheitsfall 150€ monatlich weniger. 1800 € bei einer Langzeiterkrankung von zwölf Monaten.

Mein Umsatz ist von 2023 auf 2024 gestiegen, gleichzeitig sind meine Kosten gestiegen, der Gewinn ist gesunken.

Ich habe Krankheits bedingt höhere Personalkosten und monatliche Leasing Kosten für einen VW Polo.

Deswegen fällt mein Gewinn niedriger aus. Die Höhe des monatlichen Krankengeld wird nicht über den Umsatz sondern über den Gewinn berechnet. Im Krankheitsfall habe ich die gleichen Kosten, unter Umständen zusätzliche Pflegekosten.

Ich bekomme also im Krankheitsfall trotz höheren Umsatz, durch Honoraranpassungen und mehr Arbeit weniger Geld. Bei einer Erkrankung längerer Dauer muss ich früher an meine Rücklagen für das Alter.

Gerechter wäre es das Krankengeld an den Umsatz zu koppeln.

Ich bin als Selbständige freiwillig gesetzlich versichert, der Beitrag der Arbeitgeber entfällt, ich bin monatlich knapp unter 1200 Euro, zusätzlich liegt meine Zuzahlung über 600 jährlich.

Durch Bandscheibenprobleme und eine Phase der Depression im Vorfeld meiner Selbstständigkeit war ich schon vor der MS-Erkrankung aus der Privaten Versicherung raus.

Ich bin wegen der Krankengeld Geschichte an meinem Gerechtigkeitsempfinden angefasst. Die Krankenkassen Beiträge der Bürgergeld Empfänger sind vom Staat auf monatlich fünfzig Euro gedeckelt, benötigt zur Versorgung würden 300 Euro. Bürgergeld ist eine staatliche Leistung, finanziert wird die gesundheitliche Versorgung lediglich von den gesetzlich Versicherten, Bundestagsabgeordnete und Minister und sonstige Beamte sind raus, die übrigen zehn Prozent Privatversicherten sind da raus. Die Regierung schwadronisiert darüber die Zahnmedizin aus den Leistungen der

GKV heraus zu nehmen. Katzenfutter und Schnittblumen werden mit sieben Prozent Mehrwertsteuer besteuert, Medikamente mit neunzehn Prozent, die Reduktion auf die sieben Prozent würden es möglich machen die Kassenbeiträge zu stabilisieren.

Der Staat nimmt jährlich sieben bis acht Milliarden Steuern über die Medikation der gesetzlich Versicherten ein.

Wäre es nicht sinnvoll die Krankenversicherungen zu entlasten, oder die Beitragszahler.

Ich hatte wie jedes Jahr meine Steuererklärung zur Ermittlung des Beitrags und der gesetzlichen Zuzahlung bei Medikamenten und Physiotherapie Verordnungen geschickt. Ich bin über der Beitragsbemessungsgrenze.

Ich lebe diesen Staat als ungerecht, die im Grundgesetz verankerte Vermögenssteuer wurde 1997 von der rot-grünen Koalition ausgesetzt.

Zu Helmut Kohls Zeiten war der Höchststeuersatz 53 Prozent, aktuell liegt er bei 45 Prozent.

Trotz des Wissens um die Ungerechtigkeit unserer Gesellschaft gehe ich innerlich immer wieder durch die Decke, wenn Wohnungslose im Winter erfrieren; und in Hamburg 35 000 Menschen verdeckt wohnungslos sind. Kinder haben meist ein Gerechtigkeitsempfinden, wann geht das verloren. In der Psychotherapie Praxis leiden Patienten häufig an erlebter und erfahrener Ungerechtigkeit, manche verbittern an einer erfahrenen Ungerechtigkeit und können sich davon nicht erholen.

Von spricht von einer posttraumatischen Verbitterungsstörung, viele kennen diese Kante, der Grad hineinzustören ist schmal, manche finden professionelle Hilfe, wie ich bei einem Psychoanalytiker, der mich mobilisierte in den Ressourcen und meine Wut aufhielt, andere sind stabiler in sich und der Welt verordet, manche zerbrechen und stürzen im freien Fall durch die sozialen Sicherungssysteme.

Hinterlasse einen Kommentar

Herzlich Willkommen

Danke, dass du vorbeischaust! Ich bin Kathrin Köpp, psychologische Psychotherapeutin aus Hamburg. Neben meiner Arbeit in der Praxis biete ich eine Online-Beratung für Krisensituationen und diagnostische Einschätzungen für Selbstzahler ohne Wartezeit an. Auf diesem Blog möchte ich mit dir Geschichten aus meinem beruflichen und privaten Alltag als von MS-Betroffene teilen. Meine wichtigste Mitarbeiterin ist Miss Molly, nach zehn Jahren als Hauskatze auch als Queen Mom bekannt. Besonders bei ängstlichen und depressiven Patientinnen ist sie ein wertvoller Teil meines Teams.

Besuch gerne meine Homepage: Tiefenpsychologisch fundiert – Psychodynamisch fokussiert – Home

Let’s connect