Seit mindestens zehn Jahren war ich in der Regel ein bis zweimal im Jahr von einer Blasenentzündung betroffen. Meist rief ich den KV-Notdienst, chronisch Erkrankte sind in Ertrag orientierten Praxen keine wirklich gerne gesehenen Kunden, wenn sie schlecht zu Fuß sind, brauchen sie zu lange von der Ansage ihres Namens durch eine Rufanlage, in den Behandlungsraum, aber im KV-Notdienst, da zahlt die KV aktuell für den Hausbesuch 139 Euro. Für diese Informationen liebe ich die elektronische Patienten Akte, die ich eigentlich nicht mag, weil die Informationen nicht sicher sind
Der neu gewählte Hausarzt sorgt sich bei meinem Erstbesuch um die neu renovierte Praxis, als die Damen vom Falck Krankentransport mich etwas ungeschickt durch seine Praxis rumpeln, und das noch deutlich zu spät.
„Ich bin nicht der richtige Ansprechpartner für Sie“, lässt er mir gegenüber verlauten, er hatte die Praxis neu übernommen, mehrere Patienten von mir beschrieben ihn als zugewandt. In meinerPsychotherapeuten Rolle telefonierte er über die Krankschreibung eines Patienten.
Beliebter im Allgemeinen sind gesunde Patienten, denen ein paar Tage zum Ausspannen verordnet werden können.
Ich erinnere meine relativ gesunde angestellte Zeit, ich sprach mir selbst eine Urlaubsverlängerung von etwa drei Wochen jährlich zu, ein bisschen Schauspielen war immer gefragt, um den erhofften gelben Zettel mit Stempel und Unterschrift zu erhalten.
Gestern kam mal eine Ärztin über die 116 117, die sogar meinen Bauch untersuchte, die letzten zehn waren durchschnittlich fünf Minuten hier, ohne Untersuchung.
Da ich gleich beim Anruf unter 116 117 meine MS erwähnen, gelte ich durch die Grunderkrankung nicht als Simulantin.
Meine Einmal Antibiose bekam ich immer unschwer im Hausbesuch verordnet, die eigentlichen Hausärzte verweigerten das, einer kam mehrmals als KV-Notarzt, niemals als behandelnder Hausarzt, lohnt sich nicht .
Im Juni 2025 machte ich einen Folgen schweren Fehler, ich ließ der Hausärztin eine Urinprobe in die Praxis bringen, am 11.Juni. Der Assistenz wurde mitgeteilt, dass sie anrufen würden, wenn es einen Befund gäbe. Aufgrund der Verrentung der MfA blieben meine Anrufversuche ungehört. Anfang Juli beim Einlesen der Karte, bekam meine Assistenz mitgeteilt, dass es einen Bakterien Befund im Laborbericht gäbe. Drei Wochen lang durften sich die Bakterien in meiner Blase ungestört tummeln, da beginnt wohl die Chronifizierung. Namentlich waren Escherichia Coli, Enterococcos Faecalis und Facklaia Huminis anwesend.
Die verordnete Antibiose wirkte nicht gegen alle gefundenen Bakterien, mutmaßlich war sie für das Budget der Ärztin fast neutral, auch ihre Wirkung auf die Bakterien war neutral, ob sie der Leitlinie entsprach, mag zu vermuten sein.
Wirkung entfaltete sie auf meinen Darm mit Durchfall, und verursachte eine allgemeine Schlappheit. Später kamen noch Proteus Mirabilis dazu, mein Lieblingskeim trägt den lyrischen Namen Morganella Morganii, könnte ich rappen, rappte ich den Morganii.

Die in jetzt insgesamt sechs Antibiosen eingesetzten Gegenspieler waren Amoxicillin setzte die Hausärztin ein, nach drei weiteren Tabletten Ciprofloxacin, versuchte es der Urologe mit Meropenim i.v., zweimal täglich i.v. für fünf Tage, mutmaßlich zu kurz für die vielen Resistenzen die sich mittlerweile gebildet haben.
Im Dezember verordnete der Urologe zweimal Fosfomycin zweimal im Abstand von 48 Stunden, das Einmal Medikament, dass zu Beginn wie die Jahre vorher sicher hilfreich gewesen wäre, jetzt verursachte es lediglich Durchfall und allgemeine Schwäche.
Als weiteren Behandlungsvorschlag hatte der Urologe noch, die Blase über einen Katheder im Bauch zu entleeren, mit einem Plastikbeutel vor dem Bauch, nach dem Motto, wenn Du MS hast, ruinieren wir auch den Rest deines Lebens. Ich kann meinen Urin kontrollieren, außer die Entzündung geht durch die Decke. Wie die Infektion durch einen künstlichen Blasenausgang verschwindet konnten mir auch Pflegekräfte die diese Behandlung favorisierten nicht erläutern.
Ein Urinbeutel vor dem Bauch würde meine Lebensqualität ganz weit nach vorne katapultieren.
Ich rief die Hausärztin an, und konfrontierte sie mit der verschleppten Diagnose und Behandlung, ich wollte eine Entschuldigung, pädagogisch eingefärbt säuselte sie :“ jetzt regen wir uns alle mal wieder ab“, nein ich begann gerade damit.
Ein Höhepunkt dieses Horror Films war die stationäre Behandlung im AK Wandsbek, Aufnahme Diagnose war fiebrige Blasenentzündung. Es wurde nicht einmal eine Urinprobe genommen. Ein Herz CT wurde erstellt, das ist groß und gesund.
Der Vorschlag der Pflege war die Fesselung an das Bett mit Dauerkatheder, ersatzweise das Pinkeln in Windeln, wie ausgelutscht muss diese ältere Pflegekraft sein, getoppt wurde sie von der Radiologie, beim Transfer von Transport zur Untersuchungsliege,
“ was können Sie überhaupt noch“.
Ich setze mich zur Wehr, eine greise Mitpatientin, die zuhause auf die Toilette ging, wurde an das Bett getackert.
Die Chirugin, die das Gutachten bezüglich meiner Beschwerde bei der TK erstellte konnte keinen Behandlungsfehler ermitteln, die Aufnahme Diagnose war, „Fiebrige Blasenentzündung“, warum dann eine Urinkultur anlegen, die Gutachterin ist Chirugin, das Studium vielleicht schon eine Weile her, auch bei der Hausärztin, die angeblich keine Antibiose verordnete, da keine Blasenentzündung vorlag, die verordneten Medikamente befinden sich in den TK Unterlagen die dem MD zugänglich waren,
Die Laborbefunde sagten anderes aus. Eine Antibiose wurde, nur zu spät verordnet. Dafür erfahre ich über das Gutachten, das ich Rheuma habe, und Immunsupressiva einnehme. Woher diese Informationen stammen bleiben im Verborgenen.
Das war dann selbst dem Sachbearbeiter zuviel, ein Zweitgutachten wurde angefordert.
Wie schlecht darf man seine Arbeit machen.
Suggestiv stellt das erste Gutachten fest, dass MS-Patienten Blasenprobleme haben, also „heul nicht rum Püppi“, das ist dein Los.
Ein weiterer Höhepunkt war jetzt ein Aufenthalt in der Notaufnahme im Bundeswehrkrankenhaus, eine Freundin hatte die Urologie gelobt, seit dem hatte sich das Fatasma eingenistet, da wird dir geholfen. Die KV Notärztin, die mir trotz sechsmaliger gescheiterter Antibiose erneut eine Einmal Biose verordnete schrieb ersatzweise eine Krankenhauseinweisung, die Schmerzen gingen durch die Decke, dass ich einen Krankentransport orderte, leider hatte sie diesen nicht geordert, so dass ich wohl falls ich keinen Arzt finde der das rückwirkend übernimmt, auf den Kosten sitzen bleiben werde. Als Ziel habe ich das Bundeswehr Krankenhaus erwählt, das diffuse Gefühl da wird dir geholfen weckt Hoffnung.
In der ARD läuft seit Jahrzehnten die Sachsenklinik. Ärzte und Pflegerinnen haben Zeit für medizinische und soziale Nöte ihrer Patienten, die Serie kreiert eine nicht existierende zugewandte Medizin.
Im Bundeswehrkrankenhaus existiert ein großer Wartebereich.
Auffällig ist die Stille der Wartenden.
In St. Georg in der Notaufnahme ist es laut und lebendig, vielleicht auch existentieller.
Ich liefere die gewünschte Urinprobe ab, diverse Röhrchen werden mit meinem Blut gefüllt.
Im Vorbeigehen sagt ein Pfleger zum Kollegen, „die ist freundlich, war schon in Wandsbek“,“warum haben sie sie nicht dahin gekarrt“. Ich fühle mich nicht sehr willkommen, eingeschüchtert.
Nach drei Stunden untersucht mich ein junger Stabsarzt. Vielleicht ist er zur Bundeswehr gegangen, um mit nicht Einser Abi einen Studienplatz zu bekommen, ich wollte auch mal Medizin studieren, nach langer Krankheit in der Jugend hämolytische Anämie, wollte ich wissen wie der Körper funktioniert. Mein Abitur lag bei 1,8; das war auch 1982 nicht genug für diesen Berufswunsch. Bei der Einstellung bei Beiersdorf, unmittelbar nach der Schule, für drei Monate Urlaubsvertretung, riet mir der Betriebsarzt, mich für den Studienplatz bei der Bundeswehr zu verpflichten. Das ging mir durch den Kopf als der freundliche Stabsarzt, meinen Körper ultrabeschallte. Er lobte die Gesundheit meiner Organe, die Absurdität, meiner starken Schmerzen, meiner Aussgeliefertheit, und seinem „people pleasen“. Meine Laborwerte lobte er, als die Werte einer Zwanzigjährigen, den sehr erhöhten Leukozyten Wert, bagatellisierte er, und stellte die steile These auf, die Schmerzen kämen von Muskelverspannungen am Rumpf, das hätte er kürzlich bei einem anderen Patienten auch diagnostiziert, zur Behandlung verordnete er ein Medikament zur Muskelentspannung. Er strahlt angesichts seiner genialen Idee, wenn jemand diesen Patienten kennt, ich hoffe er hat es überlebt, sonst komme ich zur Beisetzung.
Es war mittlerweile nach 1.00 Uhr. Lieber hätte ich einen grantigen Dr. House getroffen, der diagnostisch genial ist, als diese Ahnungslosigkeit in freundlich. Die Leber- und Nierenwerte sind ja die einer Zwanzigjährigen, also nehme ich weiter die Höchstdosis Ibuprofen 2400 Milligram.
Ich dissoziierte, unfähig zur Gegenwehr, und trat nach weiterer Wartezeit, die Rückfahrt nach Hause im Krankentransport nach Hause an.
Ein südamerikanisches Duo, seit über zehn Stunden im Einsatz. Der Mann fuhr mit gefühlten achtzig Kmh um die Kurven, die Frau saß hinten bei mir, todmüde nach zehn Stunden Dienst.
Der nächste Tag beginnt wieder mit Schmerzen, ich schreibe einen Langzeit Therapie Antrag, der Krankenhaus Bericht gibt als Sozialanamnese den Pflegegrad an, nach meinem Beruf wurde nicht gefragt, der Infanterie anmutende Tonfall des Stabsarzt lässt mich vermuten, dass er aus meinen körperlichen Beeinträchtigungen auf meinen mentalen Zustand schloß.
Ich witzel darüber, „Humor ist die gesündeste Form der Abwehr“, sagt Sigmund Freud, was nicht zu ertragen ist, wird weg gelacht.
“ Fabi, gebe mir noch eine Ibu“, alles was der Orthopäde jahrelang verschieb, wird verbraucht, Leber und Nieren sind prächtig in Bild und Labor.
Ich schreibe dann noch einen Antrag, und höre Bushido,
„Alles wird gut“,“und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zu Ende“
„Rest in Peace, Gudrun“.


Hinterlasse einen Kommentar